Same old. Same old.

Kann eine Achterbahnfahrt langweilig werden? Nein, ganz bestimmt nicht. Jeden Tag liegen mir mehrere Blogthemen auf der Zunge, über die ich unbedingt noch berichten muss (z.B. der Ausblick vom Tower Mitten auf dem Campus oder Althippies, die heute auf der Straße leben oder Taxifahrer sind), aber heute hatte ich ein ganz besonderes Erlebnis: Wir waren in Nappa, einem kleinen Ort, dessen Gegen (Nappa Valley) für wunderbaren Wein berühmt ist. Während andere sich schon seit Wochen auf eine Weinprobe gefreut haben, musste für mich aber irgendein Ersatz her. Denn schließlich mag ich ja gar keinen Wein…

Nun ja, in der Not frisst der Teufel fliegen. Das dachten wir uns auch, als wir diese riesigen Truthahnschenkel zu uns nahmen. Auf einem tollen Wochenmarkt mitten in der Stadt. Und mit diesen wunderbaren Eindrücken sende ich auch einen sonnigen Gruß nach Deutschland! LECKER! (Bzw. danach: ÜBELKEIT!)

 

 

Having a lot of fun.

Die erste Berkeley-Woche ist nun rum und es fühlt sich ein wenig so an, als lebte ich schon immer hier. Wenn man durch die Flure des riesigen Gebäudes läuft, begegnen einem ständig bekannte Gesichter, nirgendwo kann man zwei Minuten alleine sitzen, ohne dass sich jemand bekanntes oder unbekanntes dazu setzt und eine interessante Unterhaltung beginnt. Gleichzeitig lerne ich viele Menschen jetzt auch etwas besser kennen, verstehe ihre Hintergründe und ihre Motivationen. Es ist beeindruckend, aus wie vielen verschiedenen Gründen man ein Sommersemester in Berkeley verbringen möchte. Juanita aus Kolumbien möchte zum Beispiel einen “sicheren Sommer” verbringen und nicht im gefährlichen Bogota leben.

Die Tage hier sind alles, außer lang. Wir haben inzwischen wohl alle Bars in Berkeley kennengelernt und waren auch ausführlich in San Francisco unterwegs. Nur den Plan, ein Fahrrad zu mieten und über die Golden Gate Bridge zu fahren haben wir wegen Regens noch nicht verwirklichen können. Schade.

Weil ihr so nett seid gibt es hier ein paar Fotos vom Campus:

Alltag.

Erst nach zwei bereits getippten Sätzen habe ich gemerkt, dass ich gerade auf Englisch geschrieben habe. Ein sicheres Zeichen dafür, im amerikanischen Alltag angekommen zu sein. Ein euphorisches Gefühl und gleichzeitig eine wunderbare Sache.

Tagsüber wird gelernt und den wirklich extrem interessanten, niveauvollen und kurzweiligen Vorlesungen gelauscht, Abends geht es unglaublich herzlich und freundschaftlich zu. Man will hier nicht mehr weg – oder zumindest im nächsten Jahr wiederkommen.

Die Liste der neuen Bekannt- und Freundschaften ist inzwischen um Polen, Österreich, Schweiz, Mexiko und bestimmt noch weitere Länder angewachsen, die ich gar nicht mehr auseinanderhalten kann. Hatte ich Frankreich und Südafrika schon erwähnt? Und Japan?

Angekommen. Leben verbessert.

Uff. Nach achtundvierzig Stunden Berkeley, zwei Nächten im I-House, zwei offiziellen Empfängen und zwei gemütlichen Abenden mit einem Haufen neuer Freunde aus Deutschland, Dänemark, Holland, Kolumbien, Frankreich, Kanada, Finnland, Spanien und natürlich den USA kann man dann endlich sagen: Ich bin angekommen!

Wenn man nun zum wiederholten Mal über den riesigen Campus schlendert, die alten und hochmodernen aber immer pompös-beeindruckenden Gebäude links und rechts hinter sich lässt, dann fühlt man sich so, als wäre man schon seit Wochen hier. Zugegebenermaßen ist die Welt in Berkeley abseits des supersauberen, grünen und weitläufigen Campus doch eher karg und ungepflegt, aber man muss diesen wirklich nicht häufig verlassen.

Ich setze mich jetzt in die schöne, holzvertäfelte und antik wirkende (aber garantiert nicht antike) Library des International House und nehme mir meine Texte für das Seminar morgen vor. Zur zweiten Sitzung sind es nämlich direkt mal zwei dicke Kapitel, die gelesen und verstanden werden wollen.

Mein Wohnheim, das I-House

In einer Stunde beginnt mein erstes Seminar und die Aufregung steigt. Zuvor möchte ich euch mein Zimmer in Berkeley und mein Wohnheim, das International House, generell vorstellen.

International Houses gibt es in Amerika an vielen Unis. Sie dienen dazu, internationale Studenten kostengünstig und ohne Vorurteile aufzunehmen. In den 20er und 30er Jahren des 19. Jahrhunderts – als die meisten dieser Häuser entstanden sind – war es eben absolut nicht selbstverständlich, als Frau, Asiate, Schwarzer oder sonstwie ein Zimmer an der Universität zu bekommen. Dieses Haus in Berkeley wurde von John D. Rockefeller Jr. bezahlt und 1930 fertiggestellt.  Es leben knapp 580 Studenten hier.

 

Mein Doppelzimmer teile ich mir mit Eduardo aus Barcelona, wir haben zusammen nur ungefähr 10 m2 zur Verfügung. Trotzdem kann man nicht meckern.

 

Aus meinem Zimmerfenster schaue ich direkt in den Innenhof des iHouse. Sehr ruhig, sehr gemütlich. Von der anderen Seite des Hauses hätte man aber einen Blick über ganz San Francisco und bis zum Meer. Schade.

 

Dafür gibt es lustige Hinweisschilder, man solle doch bitte Masken tragen (wenn man krank ist).


Und – noch besser – einen Free Stuff Room. Hier kann jeder seine nicht mehr zu gebrauchenden Sachen ablagern & andere Studenten dürfen sich bedienen. Alle paar Wochen wird er gereinigt. Super.